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Meldungen

90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland

Marie Juchacz (1879 bis1956) spricht auf einer Kundgebung.

Am 9. November 1918 hatte Friedrich Ebert die Regierungsgeschäfte übernommen, und schon am 12. November beschloss der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für Frauen.
Damit war der Weg frei für eine der zentralen sozialdemokratischen Forderungen: Der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern am politischen Leben.
Unter dem Titel „90 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – Mut tut gut!“ veranstaltet die Kreis-AsF Augsburg Land in Zusammenarbeit mit dem SPD-Ortsverein Bobingen einen Abend aus Anlass des 90. Jahrestages der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland.

Als Festrednerin spricht an diesem Abend Frau Prof. Dr. Hildegard Macha, Leiterin des Gender Zentrums in Augsburg.
Weitere Gastredner sind Bernd Müller, Erster Bürgermeister Bobingen, Helmut Jesske, SPD-Ortsvereinsvorsitzender, Dr. Simone Strohmayr (MdL), sowie Sonja Hefele, Vorsitzende der Kreis-AsF Augsburg Land.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 19. November um 19:30 Uhr in der „Mittlere Mühle“, Römerstr. 53 in Bobingen statt.

Erinnerung an Pogromnacht vor 70 Jahren

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen, die jüdische Bevölkerung wurde angegriffen und ermordet und ihre Geschäfte geplündert.
Damit begann eines der dunkelsten Kapitel Deutschlands: Die gezielte Vernichtung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur.
Anlässlich des 70. Jahrestages der Ereignisse der Pogromnacht erinnert die SPD Lechfeld ihrer Opfer.

Heute gebe es wieder jüdisches Leben in Deutschland, das eine kulturelle Bereicherung für unser Land sei, so Gabriele Fograscher, Sprecherin der Arbeitsgruppe Rechtsextremismus der SPD-Bundestagsfraktion.
Es gehe nicht darum, Schuldgefühle zu pflegen, sondern die Erinnerung wach zu halten und daraus Lehren für die Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

Die SPD Lechfeld begrüsst die letzte Woche nahezu einstimmig abgegebene Erklärung des Deutschen Bundestages, jüdisches Leben in Deutschland weiter zu fördern.
Weiterhin unterstützt sie die Forderung von Gabriele Fograscher, die jüdische Geschichte in die Lehrpläne an Schulen aufzunehmen und die demokratischen Werte, die Menschenrechte, sowie die religiöse und kulturelle Vielfalt aktiv im Unterricht zu vermitteln.
Nur so könne erreicht werden, dass unsere Kinder und Jugendlichen tolerante, selbstbewusste und vorurteilsfreie Erwachsene werden, die diese Werte leben und an die folgenden Generationen weitergeben.

Amerika hat den Wechsel gewählt

Was bisher nur in Hollywood-Filmen möglich war, ist jetzt endlich Realität geworden: Barack Obama gewinnt die amerikanischen Präsidentschaftswahlen und wird der erste schwarze Präsident der USA.
Die SPD Lechfeld begrüsst ausserordentlich die Entscheidung Amerikas und gratuliert Barack Obama zu seinem grossartigen Wahlsieg.

Obama steht für den überfälligen Neustart in den transatlantischen Beziehungen, für den Bundesaussenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier schon lange wirbt.
Obama weiss, dass es nicht mehr ausreicht, nur über klassische Sicherheitspolitik zu sprechen. Für ihn wie für uns sind Klimaschutz, Regulierung der Finanzmärkte, Energiesicherheit, Abrüstung und internationale Kooperation wichtige Zukunftsthemen – genau die Themen, die Frank-Walter Steinmeier für die neue transatlantische Agenda vorgeschlagen hat.

„Wir müssen die Denkmuster des Kalten Krieges, die uns wie Schatten der Geschichte verfolgen, endlich abschütteln. Ich habe Barack Obama als einen Mann kennengelernt, der Schwierigkeiten überwindet, der zusammen führt, der zuhören kann und der am Ende sehr besonnen, sehr souverän und sehr überlegt handeln kann“, so Frank-Walter Steinmeier über den zukünftigen Präsidenten.

Vor 90 Jahren: Kurt Eisner rief den Freistaat aus

In seinem Aufruf, der in den Münchener Neuesten Nachrichten abgedruckt wurde, wandte sich Kurt Eisner vor 90 Jahren – in der Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 – an die Bevölkerung Münchens und verkündete die Abschaffung der Monarchie. „Die Dynastie Wittelsbach ist abgesetzt. Hoch die Republik!“, hiess es in einem Flugblatt, das in dieser Nacht und in den folgenden Tagen in München verteilt wurde.

Massenstreiks der kriegsmüden Bevölkerung, die Eisner mitorganisiert hatte, waren dem vorausgegangen sowie eine Friedensdemonstration mit über 100 000 Bürgerinnen und Bürgern auf der Münchner Theresienwiese. Auch war Eisner schneller: Die Republik in Bayern ist einen Tag älter als die im Rest des Landes, da Philipp Scheidemann am 9. November in Berlin auf dem Balkon des Reichstages stand.

Nach der Ausrufung des Freistaats wurde Kurt Eisner der erste Ministerpräsident von Bayern. In seiner rund 100-tägigen Amtszeit führte er Bayern in die Demokratie: Als erstes führte er das Wahlrecht für Frauen und den Acht-Stunden-Tag ein. Und setzte sein Leben aufs Spiel: Am 21. Februar 1919 wurde er von dem völkisch-nationalistischen Leutnant Anton Graf Arco-Valley ermordet. Die Bayerische Staatsregierung bewegt sich in Sachen Demokratie im 19. Jahrhundert: Den Begründer der bayerische Demokratie und die ersten 100 Tage will sie vergessen. Denn an Kurt Eisner erinnert gerade mal eine Bodenplatte in München. In ihrer Denkmalkultur knüpft die Staatsregierung lieber an Könige und Grafen an. Erst jetzt – 90 Jahre später – ist ein Denkmal geplant.

Die Bayerische SPD-Landesgruppe im Deutschen Bundestag wird Kurt Eisner und das Jubiläum feiern: Am 12. November veranstaltet sie in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin ihre alljährliche Freistaatsfeier. Dieses Mal feiert sie mit Christian Ude, Oberbürgermeister von München, 90 Jahre Freistaat Bayern.

Veröffentlicht von BayernSPD.

Klare Führung

In einer kämpferischen und programmatisch starken Rede auf dem außerordentlichen SPD-Parteitag hat der designierte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier das Jahr 2009 als ein „Jahr der Weichenstellung“ bezeichnet. „Klare Führung“ sei in Zeiten der Finanzkrise und schwieriger werdenden wirtschaftlichen Zeiten gefragt.

„Wenn es eng wird in diesem Land, ist es gut, wenn wir Verantwortung für dieses Land tragen“, rief Steinmeier den rund 480 Delegierten und mehr als 2000 Gästen zu. „Die marktliberale Ära ist vorbei. Es ist Zeit für ein Umdenken.“ In einer Phase des Neubeginns, machte Steinmeier deutlich, müssten die Sozialdemokraten Orientierung und Richtung geben und Verantwortung für das Land übernehmen. Menschen merkten in Zeit von Krisen, dass das Soziale und Demokratische wichtig sei.

Sogenannte Wirtschaftsexperten wollten, dass der Staat sich aus der Wirtschaft raushalten müsse. „Die Lehman-Brothers dieser Welt“ wollten den Mittelständlern in Deutschland sagen, wo es lang geht. Das mache die Menschen wütend. Steinmeier kritisierte, dass diejenigen, die nie Respekt vor der Demokratie gehabt, die sie nur als lästige Bürokratie betrachtet hätten, jetzt nach dem Staat riefen.

Es gehe nicht nur um bessere internationale Regeln, sondern um einen umfassenden Neuanfang. Dazu bedürfe es mutiger Politik mit klarem Gestaltunganspruch. Markt sei kein Selbstzweck, sondern eine Ordnung. Wer wie Merkel von einer menschlichen Marktwirtschaft spreche, dürfe sich dem Mindestlohn nicht verweigern, betonte der designierte SPD-Kanzlerkandidat. „Wer den Mund spitzt, der muss auch pfeifen.“

Die SPD habe im Gegensatz zur Union nichts dem Zeitgeist geopfert, „wir hatten und haben den richtigen Kompass“, erinnerte Steinmeier. Bei einem umfassenden Neuanfang gehe es auch um neue Energiepolitik, um gute Arbeit, gleiche Löhne für Männer und Frauen, und darum, dass Deutschland in Europa und international für Frieden und Verständigung stehe. „Ein weltoffenes Land, in dem keine Toleranz gegenüber Rassisten und Rechtsextremisten gilt.“ Bildung, so Steinmeier weiter, sei ein Menschenrecht. Gebührenfreie Bildung von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule. Das Bildungsversprechen von Willy Brandt müsse erneuert werden.

Deutschland erlebe derzeit eine Zeitenwende. Notwendig sei eine gestaltende, mutige Politik mit Augenmaß. „Fassen wir den Mut, den Verantwortung braucht. Wenn ihr Vertrauen habt, dann bin ich bereit“, rief er den Delegierten zu.

Veröffentlicht von SPD.